Ich habe ein Sweatshirtkleid genäht. Bei diesem Wetter brauchte ich einfach etwas gemütliches. Was andere so tragen, kann man beim MMM begutachten.

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Eigentlich wollte ich mir eine Regenjacke nähen. Mit einer riesen Kaputze. Die dünn genug für den Sommer ist, trocken hält und irgendwie nicht so sportlich aussieht, wie die Regenjacken die ich habe. Am besten mit Muster.

Hat da jemand Stofftipps?

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Diesen blauen Isoli hatte ich jedenfalls noch. Er ist von Stoff und Stil und wird da  unter der Farbbezeichung „petrol“ geführt. Lächerlich.

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Aber zurückschicken ist auch doof, also durfte er bleiben. Mir gefällt die Farbe, aber petrol ist einfach etwas anderes…

Ich zeige diesmal, wie man auf dilettantische Art Schnitte erstellen kann. Hierbei fokussiere ich mich auf das Oberteil, denn das ist das Kernstück meiner Kleider.

Ich verwende fast immer den gleichen Schnitt mit Prinzessin-Nähten, den ich immer nur leicht abwandle.

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Den habe ich natürlich fertig, aber wegen der vielen Anfragen zeige ich jetzt, wie man so einen Schnitt mithilfe von den Schneiderlinealen vom Stoffmarkt erstellen kann.

Es geht auch ohne, das zeige ich wann anders.

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Zunächst mal braucht man Stoff, ein Maßband, besagtes Lineal und Schneiderkreide.

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Dann sollte man sich überlegen, was man eigentlich nähen möchte und sich gegebenenfalls eine Skizze machen. Ich habe meinen Schnitt meistens im Kopf, aber um zu zeigen wie soetwas aussehen kann, habe ich mal eine Skizze gemacht.

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Dann sollte man sich ausmessen. Ich mach das immer alleine, aber überall steht, man soll das nicht alleine machen. Egal.

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Als Erstes mache ich mir dann Markierungen auf den Stoff. Sie zeigen die Mitte, die Länge, die Schulterbreite und die Breite auf Brusthöhe an.

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Hier habe ich dann den Ausschnitt eingezeichnet.

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Für die Rundung habe ich das Lineal angelegt, etwas rumgeschoben, und dann aufgezeichnet, was gut aussah.

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Das kam mir etwas hoch vor, also das gleiche nochmal etwas tiefer…

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Eine kurze Unsicherheit überfällt mich. Ich denke, dass die Rundung zu stark ist.

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Dann falte ich das ganze in der Mitte.

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Ich habe dann an der äußersten Linie ausgeschnitten, denn noch mehr abschneiden geht immer. Dranschneiden ja bekanntlich nicht.

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Als nächstes kommt das Seitenteil dran. Die Rundungen sollten an beiden Teilen die gleiche Länge haben.

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Die Rundungen mache ich mit dem Lineal.

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Für den Armauschnitt lege ich beide Teile so nebeneinander, wie sie später angenäht sein werden und führe die Rundung vom Mittelteil weiter zum Seitenteil.

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Dann kommt der Rücken.

Ich lege das Mittelteil oben an, damit die Breite gleich ist.

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Armausschnitt und Seite zeichne ich mit Lineal.

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Der Rückenteil ist kürzer, denn Vorne muss der Stoff ja erstmal um den Busen rum. Das kann schonmal ein langer Weg sein. (ca.4cm)

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Zusammenheften und anprobieren.

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Auf Links anziehen und eine Seite stecken.

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Eine Seite neu heften. Zufrieden?

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Dann den Stoff zurückschneiden, Heftnähte öffnen, Teile aufeinander legen und angleichen.

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Zusammennähen. Von der Schulternaht beide Außenkanten messen. Hinten und Vorne sind nicht gleichlang.

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Mit dem Lineal einen Ärmel zeichen.

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Ausschneiden.

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Ärmel anheften. Ändern. Heften. Ändern. Heften.

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Überflüssigen Stoff abschneiden.

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Zweiten Ärmel ausschneiden.

Die Ärmel ca. fünfmal heften, weil sie nie gleichmäßig sind. Kurz denken, dass Puffämel einfach blöd sind. Noch einmal versuchen. Freuen. Rest vom Kleid nähen. Tragen.

Ja, es dürfen Arbeitsschritte weggelassen werden.

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Und, war das hilfreich?

EllaMara

EllaMara

9 Comments

  1. Antworten

    Bele

    14. Mai 2014

    Ich finde deine Vorgehensweise erfrischend!
    Keine Ironie an dieser Stelle! Da ich ausbildungsmässig vorbelastet bin, trage ich viel zu viel Balast im Kopf, was „man wie macht“ und das kann auch sehr ausbremsen. Deine gut passenden Ergebnisse zeigen, dass es durchaus auch anders geht. Bei mir würde das mit dem „auf die andere Körperseite übertragen“ übrigens wegen leichter Asymmetrien nicht gut funktionieren.
    Zum Regenmantel: Ich habe einen sehr geliebten Kaufmantel, der aus einer beschichteten Baumwolle besteht und ungefüttert ist. Die ist nicht sehr leicht und klein zusammenpackbar (was mich auch erst zweifeln liess), aber trägt sich sehr angenehm und ist überraschend dicht. Und wunderbar auffällig geblümt, was bei grauem Regenwetter mir und anderen gute Laune macht!

    • EllaMara
      Antworten

      EllaMara

      14. Mai 2014

      Das klingt ja super.
      Bei beschichteter Baumwolle finde ich irgendwie immer nur wachstuch.
      Mit Blumen und in Matt fände ich toll.

  2. Antworten

    Anne

    14. Mai 2014

    Hey!

    Die Anleitung ist super verständlich! Vielleich hättest du noch näher darauf eingehen können wie man die richtige Rundung bei den Ärmeln hinbekommt? Den Abstand zwischen den Brüsten hast du einfach ausgemessen und dann mittig quasi unter dem Halsausschnitt markiert? Hast du auch ausgemessen auf welcher Höhe der Abstand liegen muss (also die Distanz von der Schulternaht nach unten)? Super, dass du gezeigt hast, was man alles mit den Linealen machen kann! Ich habe in letzter Zeit nämlich auch überlegt, ob ich sie mir kaufen soll. Man kann sie ja auch online bestellen.
    Ich würde mir so gerne nach deinem Verfahren auch ein Kleid erstellen, so eins das unten schön ausgestellt ist und schwingt. Ich habe hier so einen tollen grünen Jersey mit weißen Punkten. Ich trau mich nur nicht so richtig….
    Änderst du dein Schnittmuster, wenn du nicht dehnbare Stoffe verwendest?

    Danke für die tolle Anleitung!!!

    Anne

    • EllaMara
      Antworten

      EllaMara

      14. Mai 2014

      Ja, das habe ich auch gemessen. Aber offenbar ziemlich schlecht, denn ich habe oben ja noch ein ganzes Stück weggenommen. Naja, besser zu lang als zu kurz…
      Wenn ich festere Stoffe verwende mache ich im Seitenteil den gezeigten Abnäher auf jeden Fall, bei Jersey lass ich ihn auch manchmal weg.
      Ansonsten schneide ich großzügiger aus und stecke genauer ab. Von Prinzip mache ich es aber genau so.

      Trau dich. Punkte Jersey klingt super.
      Ich bin gespannt.

  3. Antworten

    Fröbelina

    14. Mai 2014

    Toll dass du eine Anleitung gemacht hast! Danke 🙂 Das Kleid sieht super aus, wie immer 🙂 Und die Farbe gefällt mir auch sehr gut 🙂 Sitzen tut es auch perfekt, haach, du hast es einfach raus 🙂 Wie schön die Fotos auch wieder sind und wie toll die Skizzieren kannst! 🙂 Sehr schöner Post, nur mit der Regenjacke kann ich dir nicht viel helfen!
    Liebe Grüße
    Katharina

    • EllaMara
      Antworten

      EllaMara

      14. Mai 2014

      Danke. Die Fotos sind diesmal sogar nur Handybilder. Es war einfach kein richtiges Foto Wetter.

  4. Antworten

    Yvonne

    14. Mai 2014

    So, ich versuchs noch einmal mit einem Kommentar, heute Mittag ging es leider nicht…
    ich find dein Kleid super und echt toll, dass du deine Vorgehensweise so genau gezeigt hast. Vielleicht sollte ich auch einmal versuchen so zu nähen. Normale Schnittmuster muss ich ja auch immer ändern…
    Dein Kleid steht dir super und die Farbe ist klasse, auch wenn es nicht ganz Petrol ist 🙂
    Einen Regenmantel nähe ich auch gerade. Auf meinem Blog hab ich über die Material-Beschaffung geschrieben, vielleicht guckst du mal vorbei?!
    Liebe Grüße
    Yvonne

  5. Antworten

    Irene

    2. Juli 2014

    Beeindruckend, wie furchtlos du in den Stoff schneidest. Ich bin schon heilfroh, daß ich fertige Schnitte an meine Figur anpassen kann, aber mit nichts als einer Idee im Kopf und 2 Kurvenlinealen direkt auf den Stoff malen… Chapeau!

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